Mad in Germany – Der unzensierte Sachstand aus dem Neuland. Egal ob KI-Hype, Silicon Valley, Klimawandel oder der ganz normale Wahnsinn zwischen Faxgerät und Filterblase:
Wir sind die Architekten unseres eigenen Slapsticks. „Mad in Germany“ ist kein klassischer Gangster-Rap. Hier trifft tiefer, trockener Boom-Bap-Flow auf progressive Rock-Elemente und märkischen Klartext.
Zwischen zynischem Augenzwinkern und bitterer Wahrheit sezieren wir den kollektiven Wahnsinn eines Landes, das sich lieber zu Tode reguliert, bevor es überhaupt anfängt zu bauen.
Musik mit Dreck, Herz und Verstand.
„Setzen Sie sich, Señor. …
Tasse Kaffee?
…
Ganz ruhig… Es gibt keine Alternativen.“
Willkommen im Laden, Señor, treten Sie ein,
heut gibt es Fortschritt zum Sonderpreis klein.
Wir verkaufen Visionen, frisch aus dem Bericht,
nur die Umsetzung fehlt – aber das stört uns nicht.
Wir bauen ein Tor in die große Welt,
nur leider hat niemand den Flugplan bestellt.
Die Koffer sind gepackt, der Empfang steht bereit,
der Schlüssel kommt später – wir bitten um Zeit.
Wir öffnen die Tore zum großen Empfang,
nur dauert der Einzug noch ein bisschen lang.
Die Rechnung wird größer, der Termin wird verschoben,
doch uns’re Presse erklärt: Wir sind schon ganz oben!
Wer Fragen stellt, bekommt ein Lächeln serviert,
bis jeder vergisst, was ihn gestern noch stört.
Ein Lächeln im Fernsehn, ein ‚Wir schaffen das‘,
und das Kartell kurbelt weiter das goldene Fass!
Keine Sorge, Señor – Mutti schafft das schon!
Die Familie hält zusammen, seit Generationen.
Ein Lächeln, ein Versprechen, ein ruhiger Ton –
wir kümmern uns darum, denn wir wissen es schon!
La Familia! La Familia!
Wir halten alles in der Hand!
Mit einem Lächeln, einer Raute –
und dem Schlüssel fürs ganze Land!
Atomausstieg, Maut oder Bundeswehr-Pleite?
Wir schieben die Akten ganz sanft an die Seite.
Ein Milliarden-Geschenk für den teuren Verband,
und das Volk nickt brav ab mit dem Scheck in der Hand.
Wir schicken die Truppe mit Stolz in die Welt,
doch keiner fragt, was im Lager noch fehlt.
Der Panzer steht still, doch die Rede läuft weiter,
die Familie bleibt ruhig und lächelt noch breiter.
Wir hatten einen Handel, der war fast perfekt,
der Vertrag lag bereit und sauber versteckt.
Doch einer im Laden hat Fehler gemacht,
und plötzlich hat Europa darüber gelacht.
Du fragst nach Reformen? Nach Zukunft und Plan?
Señor, schau uns an, wir fangen gar nicht erst an!
Wir verwalten den Schmerz, wir verwalten die Zeit,
die Don-Mutter steht für die Ewigkeit.
Keine Sorge, Señor – alles bleibt unter Kontrolle!
Wir drehen jede Krise mit derselben Parole!
Wir geben Vertrauen, wir geben euch Wort,
wenn nichts funktioniert – dann sitzen wir es fort!
La Familia! La Familia!
Wir halten alles in der Hand!
Mit einem Lächeln, einer Raute –
und dem Schlüssel fürs ganze Land!
Ein Satz bleibt bestehen, durch Regen und Zeit.
Wir wollten nur Frieden, nur Sicherheit.
Doch irgendwann fragt man, wenn alles stillsteht:
Wer hat eigentlich entschieden, wohin die Reise geht?
La Familia! La Familia!
Wir halten alles in der Hand!
Mit einem Lächeln, einer Raute –
und dem Schlüssel fürs ganze Land!
„Danke für Ihr Vertrauen in die Familie…
Gutenacht, Señor.
Wir schaffen das.“
Achthundert kleine Schrauben, ein winziges Display,
hier bekommst du alles …
… wo? …
… ich erzähl es dir!
Bei Ali bekommst du alles ohne Reue,
wir schwörten ab Amazon die Treue.
Wo Löhne billig, das Gewissen klein,
da packten wir alles im Warenkorb rein.
Kein Amazon-Reseller, der mich schamlos abzockt,
weil er denselben Kram mit dreifachem Aufschlag einbrockt.
Wenn mal was fehlte, gab es Geld zurück,
Ali-Support bedeutete echtes Käuferglück.
Denn China und Fernost sind längst weiter als wir –
sie eignen sich alles an – selbst unser heimisches Bier.
Ob Ali, Temu oder Shein –
wir kauften ohne Gewissen ein.
Aliexpress es ist schön mit dir
Im Billig-Lohnland da bestellen wir.
Wir haben längst fertig unsere Produktion –
denn China lacht uns aus voller Hohn.
„Xìtǒng cuòwù. Jiàgé shàngzhǎng!“
Gestern surfte ich wieder – mein Dealer im Vertrauen,
doch plötzlich konnte ich meinen Augen nicht trauen.
Aus einem Euro mach vier, danke für nichts,
drei Euro extra pro Artikel mitten ins Gesicht.
Denn vorbei sind die Zeiten vom Ein-Euro-Teil,
Brüssel schlug zu mit dem Bürokratie-Beil!
Sie packt alles hinter Schloß und Riegel
vor Ohnmacht – ohne Planung – wie ein europäisches Siegel.
Fünfhundert Pakete, der Postbote stöhnt,
Neunundneunzig Prozent kamen an, ich war verwöhnt.
Jetzt bleibt der Briefkasten morgens leer,
es kommt kein gelbes Päckchen mehr.
Aliexpress es war schön mit dir,
Im Billig-Lohnland da bestellten wir.
Zerstört ist die eigene Produktion –
vorbei ist es jetzt mit dem Billiglohn.
Jetzt fluten die großen Importeure das Land,
und ich zahl die Zeche mit leerer Hand.
Wir sollen hier! kaufen, die Massenware von Händlern,
die importieren aus gleichen Zonen – doch es wird sich nichts ändern.
Es ändert sich nichts, der Riese schluckt weiter,
deutsche Betriebe und den Insolvenzleiter.
Doch wer weiß, vielleicht ist das unsere Rettung am Ende?
Die Genossen aus Fernost bringen die wirtschaftliche Wende!
Wenn China ab morgen die Fabriken regiert,
wird hier endlich wieder ohne Streik produziert.
Aliexpress, ich brauch dich nicht mehr,
dein Frachter fährt nicht mehr übers Meer.
Ich kauf direkt beim Werk um die Eck –
denn du bist jetzt hier und der Westen ist weg!
„Made in Germany?
War einmal.
Guten Morgen, Nachbar.“
„Blauer Himmel, alles rein,
die Welt darf niemals anders sein.
Ein Lied im Kreis, ein leiser Schrei,
und keiner kommt hier wirklich … frei.“
Das Land sitzt brav im Schaukelstuhl und wiegt sich in Gedulden,
wir klatschen für die Heile Welt und sühnen alte Schulden.
Doch draußen vor dem Gartenzaun, da wächst ein neues Bild,
das man mit Phrasen aus der Blase füttert, bis es schwillt.
Da wird ein Schutzwall aufgebaut, man nennt ihn stolz die Mauer,
und schaut verächtlich auf das Volk und hofft auf Nebenschauer.
Man hat zwei Augen im Gesicht, doch eines bleibt stets blind:
Wenn links der Stein durchs Fenster fliegt, weht nur ein milder Wind.
Da wähnt man sich auf rechter Bahn, weil man ja „richtig“ steht,
während der Wind sich klammheimlich im ganzen Land verdreht.
Schau nicht hin, sing ein Lied, alles bleibt im Takt,
Solange die Mauer hält, wird nicht angepackt.
Ein kleiner blauer Fleck am Bein, das vergeht schon wieder,
Wir schließen beide Augen fest und singen brave Lieder.
Wir schalten um nach Hamburg, das Studio steril und rein,
hier lädt man sich die Weltgeschichte mundgerecht beschnitten ein.
Der Lanz nickt mit dem Kopf, die Fragen sind im Skript parat,
ein Haufen aufgestellter Themen für den weichgespülten Staat.
Kein echtes Publikum im Raum, das ungefiltert Zwischenruft,
man bleibt beharrlich unter sich in dieser Filterblasen-Gruft.
Da wird gekonnt abgelenkt von dem, was wirklich brennt im Land,
wir schieben „Omas gegen Rechts“ als Schutzschild an den Grabenrand.
Ein runder Tisch der Eitelkeit, der sich im eigenen Kreise dreht,
während die echte Wirklichkeit schon längst vor euren Türen steht.
Schau nicht hin, sing ein Lied, alles bleibt im Takt,
Solange die Mauer hält, wird nicht angepackt.
Ein kleiner blauer Fleck am Bein, das vergeht schon wieder,
Wir schließen beide Augen fest und singen brave Lieder.
Jetzt brennt die Hütte lichterloh, der Kontrollverlust ist nah,
viereinhalb Stunden ungeskriptet – und plötzlich ist er da.
Ein Mann sitzt einfach an dem Tisch, ganz ohne Filter, zahm,
und die Moral-Eliten werden vor Entsetzen lahm.
Da läuft ein Lauffeuer durchs Netz, das man nicht greifen kann,
weil man verlernt hat, wie man streitet – Mann gegen Mann.
Statt besseren Argumenten kommt der Ruf nach der Zensur,
die Landesmedienanstalt stellt die Zeiger auf die Uhr.
Wir schützen die Demokratie, indem wir sie beschränken,
und wundern uns, warum die Leute da draußen anders denken.
Fragst du mich am Ende: Was beziehst du für ’ne Position?
Wer hat Recht? Links oder rechts – wer weiß das schon?
Doch gar nicht mehr zu streiten, ist der eigentliche Hohn!
Wenn wir weiter schweigen, sitzen die Falschen auf dem Thron.
Und die Quittung dafür zahlst am Ende nicht mal du …
… sondern deine Tochter, dein Sohn!
Keine Angst vor Flecken …
… egal ob blau, rot oder eine andere Farbe …
… sei offen für Heilung!
… es ist DEINE Haut um die es geht!
…
„… Niemand plant hier … irgendwelche Grenzen …“
Ein Brief im Kasten. Einschreiben. Rückschein.
Die Kanzlei „Geld & Gier“ droht mit der Klage.
Ich hätte ihren geschützten Begriff verletzt.
Ich rufe den Anwalt an und sage nur ein Wort: Pech.
Sie klatschen ein Trademark auf die Luft, die wir atmen,
patentieren Gene, die Kultur und die Tomaten.
Jeder Schritt im Netz wird vom Algorithmus belauert,
weil ein Großkonzern auf den Monopolen kauert.
Du willst dich nennen, wie du willst, doch die Abmahnung droht,
das Urheberrecht frisst unser tägliches Brot.
Doch wir finden den Ausweg aus ihrem Gesetz,
Ein Name, geschützt vor dem Haifisch-Netz.
Der Anwalt droht laut mit dem juristischen Riegel,
er will meinen Namen und presst drauf das Siegel.
Doch der Richter sagt „Nein, das gehört dir nicht, Freund,
das haben Generationen vor dir schon erträumt.“
Kein Markenschutz, kein Patent, kein Kommerz,
Die Freiheit regiert wir schreiben mit Herz!
Aktenzeichen! Paragraphen!
Ihr wollt rauben, ihr wollt strafen?
Zahl die Lizenz!
Zahl die Gebühr!
Wir spucken euch direkt vor die Tür!
UN-VER-KÄUFLICH!
UN-GE-SCHÜTZT!
Weil uns kein Patent besitzt!
Nimm das Siegel! Reiß es ein!
Dieses Wort wird Freigut sein!
FESTGEHALTEN!
AUSGESPUCKT!
Das System hat sich verschluckt!
Sie kaufen die Quellen, das Saatgut, den Strand,
sie pachten den Wind über unserem Land.
Für jeden Gedanken zahlst du bald Gebühr,
ein Abo fürs Leben direkt vor der Tür.
Doch dieses eine Label kriegt ihr nicht klein,
das brennt sich als Stempel in die Schädel hinein.
Unverkäuflich, unbesiegbar, nicht zu lizensieren,
ihr könnt eure Akten direkt verbrennen und schmieren.
Du kannst eine Fabrik besitzen, aber nicht den Verstand,
kein Konzern besitzt die Menschen in diesem Land.
Wir sind kein Patent, wir sind keine Datei,
geboren im Beton, im Herzen noch frei.
Streich das R, reiß das Preisschild vom Kittel –
denn wir sind ab heute das Markenmittel!
Schrei es heraus gegen ihre Tyrannei:
„Wir sind nicht käuflich – wir sind frei!“
Aktenzeichen! Paragraphen!
Ihr wollt rauben, ihr wollt strafen?
Zahl die Lizenz!
Zahl die Gebühr!
Wir spucken euch direkt vor die Tür!
UN-VER-KÄUFLICH!
UN-GE-SCHÜTZT!
Weil uns kein Patent besitzt!
Nimm das Siegel! Reiß es ein!
Dieses Wort wird Freigut sein!
FESTGEHALTEN!
AUSGESPUCKT!
Das System hat sich verschluckt!
Das gehört mir! Und mir! Und mir!
SCHNAUZE! ES GEHÖRT UNS!
Alles umsonst! Alles umsonst!
Aaaaallees umsooooooonst!
Hört die Kunde! Tretet vor!
Das Tor klafft weit, blickt auf zum Chor!
Die Kronen glänzen, der Prunk erwacht,
wenn Hofstaat nun die Aufwartung macht!
…
Seht sie schreiten, stolz und hehr,
als ob das Land noch fruchtbar wär!
…
Eure Majestät:
Der Kanzler der Vergesslichkeit… Graf Losholz!
„Daran entsinnt sich Meinereiner nicht!“
…
Ihre kaiserliche Unfehlbarkeit:
Die Herzogin der verdrehten Zungen… Anna-Bella von Rocken!
„Wir müssen die Burg um dreihundertsechzig Grad wenden!“
…
Seine Erhabenheit:
Der königliche Ober-Ökonom und Hof-Bäcker… Baron Checkbert!
„Die Mühlen sind nicht pleite, sie mahlen nur kein Korn mehr!“
…
Seine Durchlaucht:
Der Verwalter der Porsche-Post… Ritter Niclas Hindner!
„Die Brieftaube nach Stuttgart fliegt im Eiltempo!“
…
Der Vorhang hebt sich, das Festmahl beginnt,
während draußen am Burgtor das Elend gerinnt.
Die Becher sind voll, doch die Kammern sind leer,
und der Hofnarr im Schatten erträgt es nicht mehr.
Die Tafel biegt sich tief unter goldenem Tand,
während draußen die Armut kriecht durch das Land.
Der Narr tritt vor, verneigt sich im Kreis,
die Luft im Thronsaal ist kochend und heiß.
Er blickt in die Runde, stellt Fragen mit List,
weil das Volk auf den Gassen den Hochmut vermisst.
Er frägt nach dem Schatze, dem schwindenden Gold,
das man heimlich den dubiosen Händlern gezollt.
Graf Losholz blickt auf, starrt stumm auf den Tisch,
sein Lächeln ist eisig, sein Blick wie ein Fisch.
Er zuckt mit den Achseln, die Chronik bleibt leer:
„An das Gold von gestern entsinnt sich kein Herr!“
Der Narr geht zum nächsten, die Stimmung wird kühl,
das Handwerk im Reiche liegt brach im Gewühl.
Die Schmieden sind dunkel, kein Feuer brennt mehr,
Baron Checkbert doziert vor dem edlen Heer:
„Die Schmieden sind keineswegs pleite, mein Freund,
sie haben das Schlagen von Eisen versäumt!
Das Brot ist doch da, wenn der Bäcker ruht,
man kriegt es nur nicht – ach, wie redet er gut!“
Die Mauern der Festung, sie bröckeln im Wind,
weil die Wachen am Tore schon wehrlos sind.
Anna-Bella von Rocken springt auf aus dem Kleid,
schreit gellend durchs Zimmer vor Heiterkeit:
„Wir müssen die Festung im Sturme jetzt wenden,
um dreihundertsechzig Grad, mit den Händen!
Dann sieht der Feind uns von hinten nicht mehr,
und der Weg an die Grenzen ist meilenweit leer!“
Der Narr schüttelt bitter den Kopf vor der Schand,
blickt rüber zum Ritter vom Stuttgarter Land.
Ritter Niclas Hindner sitzt stolz auf dem Thron,
er zählt seine Groschen, er rechnet ja schon.
Er schickt eine Taube im eiligen Flug:
„Die Kutsche braucht PS, der Rest ist Betrug!
Die Steuern der Bauern im Kasten drin,
ergeben auf schnellen Rössern erst Sinn!“
Dem Narren platzt die Hutschnur, er bricht das Diktat,
er schreit in den Saal: „Ihr verratet den Staat!
Die Taschen voll Gold und die Hirne voll Stroh,
ihr feiert euch selbst im royalen Büro!“
Adel verpflichtet! Zum Schweigen und Neid!
Wir tanzen im Prunk bis zum Ende der Zeit!
Die Becher sind voll, doch die Kammern sind leer,
wir regieren das Nichts und wir wollen noch mehr!
…
Adel verpflichtet! Der Vorhang fällt tief!
Während die Festung im Abgrund einschlief!
Das Gold in den Taschen, der Pöbel verbannt,
wir feiern den Untergang im eigenen Land!
Der Saal erstarrt. Das Lachen verfliegt.
Weil Wahrheit am Hofe wie Bleigewicht wiegt.
Die Herrschaften tuscheln, von Zorn ganz entstellt,
da wird kein Pardon für den Narren gefällt.
Man reicht keine Schwerter, man ruft nicht die Wacht,
die den Kopf von den Schultern des Sünders vermacht.
Nein, es flattern Papiere, Paragraphen im Wind,
Unterlassungs-Dekrete, die geschwinder noch sind!
Wegen Störung des Friedens, so lautet der Bann,
wird der Narr nun gecancelt, kein Mensch hört ihn an.
Aus dem Schlosse geworfen, digitaler Arrest,
weil die Wahrheit den Adel am tiefsten verletzt.
…
Adel verpflichtet! Das Märchen ist aus.
Die Monarchen regieren im leeren Zuhaus.
…
Als ob das Land noch fruchtbar wär? …
Nimmermehr!
Ich knie im Staub und ziehe rote Linien,
ein kleines Bild im grauen Pflasterstein.
Die Kreide quietscht, ich zeichne Melodien,
doch kaum gemalt, saugt es der Asphalt ein.
Der Himmel klar, kein Wölkchen zu erblicken,
doch meine Farben werden blass und nass.
Die Leute gehen vorbei mit stummem Nicken,
und blicken starr auf ihr mobiles Glas.
Ich suche nach dem Richter, der mein Urteil sprach,
Kein Paragraph, der meine Linien brach.
Sie sagen nicht, was ich verbrochen hab,
sie nehmen mir nur leise meine Farben ab.
Was nicht gefällt, wird weggeweht,
weil es auf grauem Pflaster steht!
Ein sanfter Regen löscht das Bild,
bis alles wieder farblos gilt!
Die Kreide weicht, der Geist verblasst,
das Wort nicht tragbar verfasst!
„Zu Ihrer eigenen Sicherheit…“
so flüstert unsichtbar der Wind.
Und wäscht die Kreide weg,
bis wir wieder farblos sind.
Ich klopfe an die unsichtbaren Scheiben,
und fordere ein echtes Angesicht.
Wer untersagt mir, diesen Text zu schreiben?
Wer löscht in diesem Theater mein Licht?
Die Welt wird rein, desinfiziert und leise,
kein scharfer Ton, der ihre Ruhe stört.
Und auf der Straße drehn wir uns im Kreise,
weil man das Echo unsres Flehens nicht mehr hört.
Ich suche nach dem Richter, der mein Urteil sprach,
Kein Paragraph, der meine Worte brach.
Will ich was sagen, muss ich es anders schreiben,
wie weit wollen wir das noch treiben?
Was nicht gefällt, wird ausradiert,
weil ein Phantom uns dirigiert!
Aus sanftem Regen wird jetzt Chlor,
das lautlos frisst, was man verlor!
Die Kreide weicht, das Denken stirbt,
weil die Zensur den Geist verdirbt!
„Zu Ihrer eigenen Sicherheit…“
so flüstert unsichtbar der Wind.
Und wäscht die Worte weg,
bis wir endlich stumm sind.
Und am Ende… bleibt kein Algorithmus stehn.
Sie können löschen, filtern, wegschaun oder gehn.
Aber das Wort gehört uns.
Habt Mut. Sagt laut, was ihr denkt.
Denn am Ende seid IHR es, die diese Welt lenkt.
…
Nicht das Programm…
Nicht der Filter…
Wir! …
Einst waren wir Dichter und Denker.
Wir waren Erfinder, wir waren Lenker.
Wir schmiedeten Eisen und bändigten Stahl,
und bauten ein Reich aus Vernunft und Moral.
Mit eisernem Willen, mit Fleiß und Verstand,
erschufen die Väter das blühende Land.
Die Ordnung war Heilig, die Arbeit die Pflicht,
ein Handschlag galt ewig, ein Wort brach man nicht.
Aus tiefsten Ruinen, mit Schweiß und mit Blut,
wuchs neues Erwachen, wuchs brennende Glut.
Wir strebten nach vorne, dem Himmel empor,
und stießen als Riesen durchs goldene Tor.
Der Puls schlägt flacher, die Zeiger bleib’n stehn,
wir wollen keine Wunder mehr sehn!
Wir frönen dem Alten, wir feiern den Schein,
und laden den Untergang feierlich ein.
Konsumieren!
Vegetieren!
Nichts riskieren!
Ein Applaus für den Stillstand der Welt,
weil uns die Ohnmacht so gut gefällt.
Der Bildschirm glüht hell in der dämmernden Nacht,
während da draußen die Welt kollabiert und erwacht.
Das Essen geliefert, das Kissen perfekt,
bloß keine Anstrengung, die uns erschreckt.
Wir zappen uns müde, wir füttern den Neid,
und mästen die eigene Bequemlichkeit.
Hauptsache, die Couch bleibt vom Elend verschont,
wo der moderne Versager nun endlich thront.
Der Puls schlägt noch flacher, die Zeiger sind still,
weil niemand mehr nach vorne will!
Wir frönen dem Niedergang, feiern den Speck,
der einstige Wille ist restlos verreckt!
Konsumieren!
Vegetieren!
Nichts riskieren!
Hoch lebe die Faulheit, die Trägheit ist Pflicht,
die Bäuche gefüllt für ein sattes Gesicht.
„Konsumieren? … Vegetieren? … Nichts riskieren? …“
Der Geist ist verwest, der Wille ganz weich,
Der Puls steht still, der Körper ganz bleich.
Reflektieren!
Kapitulieren!
Alles verlieren!
Doch eins sollst du wissen, drum frag dein Gewissen:
„Wenn wir dann gehen und die Erinnerungen verblassen,
werden alle sich fragen: was haben wir hinterlassen ?“
Der März ist da! Der Lenz erwacht!
Der Winter weicht der neuen Pracht.
Ein holder Wind bläst durch das Land,
mit feinem Zwirn und Hut in Hand.
Er fegt den alten Modder fort,
gibt jedem Bürger sein Versprechenswort:
„Die Steuern runter, Wohlstand her!
Das Atmen fällt uns gar nicht schwer!“
Wir tanzen froh im Lindengrün,
weil alle Knospen herrlich blühn.
Der März ist da, wie wunderbar!
Das Märchen wird jetzt endlich wahr!
Es weht ein sanfter Wohlstandswind,
der uns den reichen Segen bringt!
Ach Märzchen, ach, wir glauben blind,
wie ein naives Frühlingskind!
Der Sommer kommt mit schwerem Schritt,
und bringt uns neue Schulden mit.
Er reicht uns keinen Friedenszweig,
sein Erntegut ist eisenreich.
Was gestern noch im Safte stand,
wird trocken nun im Erntebrand.
Er bricht das Wort, das er geschworen,
die Bauern schwitzen vor den Toren.
Man druckt Berichte, schön und bunt,
während der Mittelstand geht vor den Grund.
Die Decke brennt, die Wirtschaft weicht,
doch das Niveau ist herrlich seicht.
Der Kanzler flieht in sein Ressort,
schließt hinter sich einfach das Tor.
Im Amt brennt noch ein kleines Licht,
doch Antworten, die gibt es nicht.
Oh Sommer – seist du noch so schön,
wir werden uns nie wieder sehen!
Die Räder, die im Winde drehn,
sah man im Juli stille stehn.
Er schaltet uns den Atomstrom aus –
und kauft ihn dann im Nachbarhaus.
Willkommen in der Realität, der schöne Schein verblasst,
Was du im Frühjahr gewählt, wird nun zur schweren Last!
Keine Ausnahmen mehr, die Minijob-Falle schnappt zu,
Der Kanzler schweigt im Herbst, für dich gibt’s keine Ruh.
Rentenniveau im Keller, aber Beiträge hochgeschraubt,
Sie haben uns die Hoffnung auf den Lebensabend geraubt.
Ein Wort reicht aus, und die Existenz erfriert,
Schaut hin, wie sauber diese Planlosigkeit regiert!
Schaut hin, schaut hin, der Herbst ist da,
die Zukunft weg – ganz wunderbar!
Wir kehren die Reste von dem Feld,
und spenden das letzte Hemd der Welt!
Der Wind dreht auf, die Blätter fall’n nieder,
Ein Blick aufs Konto: kein Geld kommt wieder!
Der Kreislauf schließt sich, die Masken verblassen,
Die Stille kriecht langsam durch frierende Gassen.
Was als Frühling begann und im Sommer versprach,
Liegt im tiefsten Erstarren nun trümmernd und brach.
Wir blicken nach vorn in ein dämmerndes Morgen,
Kein Kanzler, kein Dekret tilgt die eisigen Sorgen.
Die Zukunft ist nackt, ohne Trost, ohne Licht,
Wenn das Fundament einer Hoffnung zerbricht.
Wir blicken zurück auf das, was uns geblieben:
Ein Land, das sich selbst in die Kälte getrieben.
Der Winter kalt … zieht in das Haus,
Er bläst die letzte Hoffnung aus.
Nur Kälte, Schnee und eisig Wind,
Wo wir am Ende einsam sind.
Die Inflation frisst jeden Lohn,
Das Volk erstickt: im blanken Hohn.
Vier Zeiten drehten sich im Weltenrad,
Vom falschen Frühling bis zum kahlen Pfad.
Das Jahr vergeht, die Asche bleibt zurück –
Wir zahlten teuer für ein gierig’ Glück.
„Schlaf, Kindlein, schlaf“
Drüben im Valley zieht die Zukunft vorbei,
Rechenzentren glühen, der Verstand ist frei.
K.I. baut Welten im Sekundentakt,
während man hierzulande erst die Akten packt.
Die Gigabitt-Offensive kommt, das Land erwacht –
und füllt das Formular aus, in dreifacher Pracht.
Der Server der Behörde bricht im Mittag ein,
die digitale Revolution wird wohl verschoben sein.
Wir regulieren das Neuland, bevor es überhaupt steht,
prüfen Paragraphen, bis der Wind sich dreht.
Bedenken und Datenschutz, der Stempel muss drauf,
wir bremsen den Fortschritt im Dauerlauf.
Ein Faxgerät rattert die Bedenken ins Licht,
mehr als Verwalten gelernt haben wir nicht.
Bevor wir auch nur ein einziges Kabel verlegen,
ersticken wir im bürokratischen Segen.
„Schlaf, Kindlein, schlaf,
Der Ami zählt die Schaf.
Der Chinese baut die Zukunft auf,
Und wir geh’n beim Verwalten drauf.“
Wo früher Motoren wie Uhrwerke schlugen,
und wir die Flagge der Innovation trugen,
verwalten wir heute die Zettel und Normen,
in staubigen Hallen und alten Reformen.
Das Spaltmaß ist sauber, die Software ein Graus,
die Zukunft zieht leise im Ausland voraus.
Wir feilen am Stempel, wir prüfen die Pflicht,
während die Welt uns das Rückgrat zerbricht.
Der Kreidezeit-Muff weicht dem Alibi-Glanz,
wir bitten die Schulen zum Digital-Tanz.
Ein Schwung iPads wird in die Klassen geklemmt,
weil man Bildung im Kern heute gar nicht mehr kennt.
Kein Netz im Gebäude, kein Lehrer, der’s rafft,
hauptsache die Optik hat das Soll geschafft.
Statt Wissen zu säen, das die Zukunft versteht,
wird die nächste Generation vor dem Bildschirm gedreht.
„Schlaf, Kindlein, schlaf,
unsr’e Zukunft wird bestraft.
Kein Retter kommt, der uns noch weckt,
weil uns der Fortschritt nun vollstreckt.“
„Alles geprüft.
Alles genehmigt.
Zukunft erfolgreich verwaltet…
Gute Nacht, Deutschland.“
Tritt vor an die Kombüse, schmeiß den Grill auf den Schrott,
wir fasten jetzt modern auf Befehl vom Wetter-Gott!
Die Küche bleibt dunkel, der Herd ist jetzt kalt,
weil das Klimadekret auf den Meeren erschallt.
Wir haben den Dieselmotor und die Ruder versenkt,
damit kein Gramm C.O.zwei, das Gewissen mehr kränkt!
Jetzt stehen wir im Riff, kein Wind regt das Tuch,
doch die Klimabilanz kriegt ne Eins im Logbuch!
Der Proviantmeister weint, es gibt kein Fleisch mehr an Bord,
das Rindvieh stößt Gas aus, das ist globaler Mord!
Der Smutje kredenzt heut feinsten, grünen Schmaus:
Wir löffeln die Maden aus der Planke heraus!
Ein Schälchen Seetang, frisch vom modrigen Kiel gepflückt,
seht her, wie die hungrige Crew vor Proteinen verzückt!
Und die grüne Wärmepumpe, auf dem Deck platziert,
streikt nun heute Nacht, weshalb der Zwieback gefriert!
Hisst die grünen Segel, Wind wird überschätzt!
das Gewissen ist rein, die Vernunft wird ersetzt!
Oh, die Kombüse bleibt kalt, die Segel sind schlaff,
wir treiben im Kreis, doch der Glaube ist straff!
Hisst die grünen Segel!
schmeißt den Motor weg!
Kein Gramm C.O.zwei mehr!
Wahnsinn auf dem Deck!
„Doch da drüben am Steuerrad, seht wer dort lauscht…
Die Erste Matin, vom grünen Geiste berauscht!“
…
Ruhe im Deck! Ab sofort wird hier Pflicht-gegändert,
wer „Matrosen“ statt „Mensch*innen“ sagt, wird gekentert!
Ich hab die Meldebox frisch am Hauptmast montiert,
wo man heimliche Fleischesser anonym denunziert!
Das Pech und der Teer zum Abdichten des Leck,
sind chemisch verseucht und verboten am Deck!
Wir kleistern die Löcher mit Öko-Zement,
damit auch beim Sinken die Umwelt nicht brennt!
Wir hissen die Flagge, für Vielfalt im Wind,
scheißegal, ob die Wachen auf den Augen blind sind!
Die Postenbesetzung erfolgt rein nach der Quote,
auch wenn keiner mehr weiß, wie man die Segel verknotet!
Ich verbiete das Fluchen, das schadet der Seele,
nur noch staatlich geprüfte Moral Lieder aus der Kehle!
Die hölzernen Ruder sind ab heute strikt untersagt,
wer ohne Emissionsschein schwimmt, wird sofort verklagt!
Hisst die grünen Segel, Wind wird überschätzt!
das Gewissen ist rein, die Vernunft wird ersetzt!
Die Meldestelle lauscht, das Gendern ist Pflicht,
wir treiben im Kreis, bis die Planke zerbricht!
Hisst die grünen Segel!
Keiner fasst das Ruder an!
Wenn wir nichts mehr bewegen,
kommen wir am besten an!
…
„Jaaaa … nichts mehr bewegen!
Alles läuft …
… alles ist grün …
… Alle sind verrückt!“
Ich spuke durch die Balken und ich lache mich gesund,
wir segeln ohne Antrieb auf den Meeresgrund!
Das Oberdeck steht lichterloh, die Takelage brennt,
doch der Hitzeschutzplan greift, wie es die Führung kennt:
Ich hab drei Lastenräder im Laderaum vertäut,
damit die Crew den fehlenden Solarstrom erzeugt!
Wir erzeugen künstlich Wind für das verbrannte Tuch,
Hauptsache, das Sterben steht korrekt im Logbuch!
Hisst die grünen Segel, wir sind in größter Not!
das Gewissen ist rein, die Vernunft schon längst tot!
Kein Diesel, kein Teer, nur der reine, grüne Geist,
der uns klimaneutral in die Tiefe reißt!
Hisst die grünen Segel!
Kein Teer mehr auf dem Kiel!
Wir ertrinken in der Vielfalt,
kurz vor dem Ziel!
…
Hisst die grünen Segel, wir sind in größter Not!
das Gewissen ist rein, die Vernunft schon längst tot!
Kein Diesel, kein Teer, nur der reine, grüne Geist,
der uns klimaneutral in die Tiefe reißt!
Hisst die grünen Segel!
Das große Ziel ist da!
Wir haben es geschafft –
nur keiner ist mehr da!
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